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DIE WAND - Eine Klanginszenierung

 

DIE MUSIK

... Das Projekt “Die Wand. Eine Klanginszenierung“ nimmt Klänge der Stadt auf; Klänge, die in der Bearbeitung durch Uwe Henke und Karl Schramm zu einer musikalischen Hommage an Ludwigshafen werden. So verfolgt die Komposition eine gleichsam programmatische Richtung. Zum einen bestimmt die künstlerische Kraft der Miró-Wand  die Farben, die Anordnung, die Figuren  die Auseinandersetzung und die Umsetzung in Musik die Komposition. Zum anderen zielt das Projekt auf eine Integration der Umgebung der Miró-Wand mit musikalischen Mitteln. Klangcollagen, die die Farben des Kunstwerks und Klangfarben der Stadt verschmelzen, werden zu groß angelegten Abschnitten gruppiert, die unterschiedliche Gefühlswelten ansprechen.Rhythmus, Harmonik und Melodik, die wesentlich bestimmenden Merkmale der Musik, werden unterschiedlichen Instrumentationen und Verfremdungseffekten akustischer Instrumente unterworfen, die die vielschichtigen Ebenen der Stadt mit der Miró-Wand aus der Sicht der Komponisten vereinigen.

Dr. Thomas Schlage, Musikwissenschaftler

Joan Mirós Keramikfassade an der Südseite des Wilhelm-Hack-Museums ist nicht nur das größte Kunstwerk Ludwigshafens, sondern auch eines der monumentalsten Werke des katalanischen Künstlers überhaupt. Mit einer Länge von 55 Metern und einer Höhe von knapp 10 Metern besteht es aus insgesamt 7200 Keramikplatten, von denen jede 20 x 30 cm mißt. Unübersehbar prägt die fabenprächtige Wand das Bild der Chemiestadt, und sie ist im Laufe der Jahre zu einer Art Wahrzeichen geworden, das Besucher von nah und fern in seinen Bann zieht...

Dr. Richard W. Gassen, Museumsdirektor

DIE IDEE

Jeder Körper hat durch seine ihm eigene Oberflächenstruktur eine spezielle Schallreflektion, einen einzigartigen "Hör-Abdruck". Die Keramikwand von Joan Miró auf der Südseite des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen/Rhein, mit ihrer Größe von 55 x 9.68 m, spiegelt also ihre Umgebung (eine belebte Verkehrskreuzung im Zentrum der Industrie- und Arbeiterstadt) in ihrer eigenen Fläche akustisch wider.Mit Hilfe der Grenzflächenmikrofone Neumann GFM 132 wurde dieser Klang für die Zeitdauer von 60 Minuten aufgenommen und diente als Grundlage der Musikkomposition, die das Ziel hatte, diese Klangeindrücke und die Gestaltungsform der Keramikwand von Miró zu verarbeiten. Die Aufnahme an der Wand entstand am 16. Juni 1998, in der Zeit von 16.00 bis 17.00 Uhr, die Mikrofone wurden, mit Hilfe der Feuerwehr Ludwigshafen, direkt auf der Keramikwand befestigt. Es entstand eine einmalige, imposante Geräuschaufnahme von großer akustischer Klarheit und einem hohen Anteil tiefer Frequenzen.Unsere Komposition begibt sich in das Spannungsfeld, das aus diesem "Hörabdruck", Mirós Bildgestaltung und der Umgebung Ludwigshafen entstand. "Die Wand - eine Klanginszenierung" markiert den ersten Teil unserer Reihe "Kunstobjekte - Raum - Zeit - Klang", die das Ziel hat, Kunstobjekte auch akustisch wahrnehmbar zu machen.

Uwe Henke und Karl Schramm

 


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